|

Das Ger blickt auf eine über 2000 jährige
Geschichte zurück. Nicht nur die Mongolen
benutzen diese traditionelle Behausung, sondern auch viele
nomadisch lebende Völker in Sibirien, Mittelasien und China. Sie ist der
Mittelpunkt im Leben der Nomaden In Deutschland
werden sie auch Jurten genannt.
Dies kommt aus dem türkischen Wort "jurt", welches soviel wie
Zelt bedeutet. |
|
Aufbau der Ger
Aus Weiden gefertigte
Scherengitter, deren einzelne Streben mit Lederriemen verknotet sind,
bilden die Seitenwände. Für eine Ger von ca. 6m Durchmesser benötigt
man 5 bis 6 Hana
(Scherengitter) , eine Haalga (Türe), 2 Bagana
( Stützen), einen Toono (Dachkranz) und
81 bis 93 Uni (Dachstangen).
|

Zuerst werden die Möbel zurecht gestellt, dann wird der Toono mit
den beiden Bagana verbunden. Die Hana werden so ineinander geschoben das
sie einen Kreis bilden und mit Seilen aus Pferde Haar von oben nach unten
verbunden. |
| Dann
wird die Haalga eingesetzt und ebenfalls mit Schnüren an die Hana
gebunden. Nach Aufstellung und Ausrichtung des Toono werden die Uni
eingesetzt. Der Steigungswinkel sollte etwa 30° betragen. Die bei den
Kirgisen verwendeten Ger haben einen steileren Winkel und keine Bagana.
Sie sind höher und dadurch windempfindlicher als die flachere
mongolische Ger. Es gibt eine einfache Regel je größer die Ger, um
so schwieriger ist zu stabilisieren und im Winter zu beheizen. |

Die Haalga wird immer nach Süden ausgerichtet.
Die Haalga wird mit den
beiden Enden der Hana verschnürt und dann werden um die im Kreisstehenden
Hana nochmals zwei Seile zur
Festigung gezogen. Danach werden die Uni eingebaut. Diese werden einfach
in die vorgesehenen Öffnungen im Toono gesteckt und mittels dünner Schnüre
an den Schnittstellen der Haana angebunden. |
 |
Über
das entstandene Holzgerüst werden dann ein weißer Leinenbezug gespannt,
dann kommen die Filzlagen. Im Sommer nur eine im Winter bis zu 4 Lagen.
Eine Lage Filz ist bis 3cm dick und wird heute noch in mühsamer
Handarbeit gefertigt. Über den Filz kommt dann ein weißer Überzug.
Viele Mongolen haben auch schon unter dem weißen Leinenüberzug einen
wasserdichten grauen Überzug aus Russland (LKW Planenstoff der 50ziger
Jahre). Die Planenstoffe aus China sind billiger aber lassen das Wasser
durch. |
Im
Sommer wird der Filz tagsüber an den unteren Rändern hochgeschoben,
damit der Wind durch die Ger streifen kann. So wird dann auch Fleisch
durch trocknen haltbar gemacht
.
Über
den Toono wird eine weitere Filzmatte gelegt welche man mit 4 Pferdehaarseilen
befestigt. Diese Filzmatte wird zurückgeschlagen, damit Licht und Luft
ins Ger kommt. Das Ganze wird dann außen mit Pferde- oder Kamelhaarschnüren
fest verzurrt.

Im
Winter wird die Ger auf einen Holzboden gestellt, der äußere untere Rand
wird noch zusätzlich mit Erde bedeckt damit keine Kälte von unten herein
zieht. Wenn der Gerofen brennt dann ist es im Ger mollig warm.
|